Nichts hat mein Leben […] so sehr bestimmt wie mein Widerstand gegen den gottlosen und menschenverachtenden Nationalsozialismus. Für mich persönlich kann ich von einer „Gnade der rechtzeitigen Geburt“ sprechen. 1923 geboren, war ich 1938 fünfzehn Jahre alt, als das nationalsozialistische Deutschland Österreich überfiel und okkupierte. Ich war jung genug, um nicht irgendwie schuldhaft geworden zu sein, und alt genug, um eine Ahnung zu haben von der Diabolik des NS-Regimes. So beginnt der Begründer der Judaistik in Österreich, Kurt Schubert, seine im Jahr 2000 zu Papier gebrachten Erinnerungen. Sie erstrecken sich über sein gesamtes Leben, von der Kindheit bis zu seinen Aktivitäten zum Zeitpunkt der Niederschrift. Schwerpunkte der Erzählung sind Schuberts Studienzeit während des Zweiten Weltkrieges, die Wiedereröffnung der Universitäten Wien im Jahr 1945, Graz und Leoben in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die Etablierung der Judaistik als selbständige Wissenschaft in Österreich und der jüdisch-christliche Dialog, den Schubert Zeit seines Lebens aktiv förderte und forderte.
Begrüßung: VR Univ.-Prof. Dr. Peter Scherrer (Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung)
Buchvorstellung: Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)
Vortrag: Edith Petschnigg (Kirchliche PH Wien/Krems): Ein Leben für den Dialog. Kurt Schubert und die christlich-jüdische Verständigung in Österreich
Gespräch: Edith Petschnigg, Irmtraud Fischer (Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft, Graz), Gerhard Langer (Institut für Judaistik, Wien)
Moderation: Gerald Lamprecht (Historiker, Leiter des Centrums für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz)
Kurt Schubert: Erlebte Geschichte. Erinnerungen von Kurt Schubert mit Beiträgen von Bernhard Dolna und Eva Schubert, Clio Verlag: Graz 2017
FLYER
Information:
Karl-Franzens-Universität Graz
Centrum für Jüdische Studien
Beethovenstraße 21/EG, 8010 Graz
gerald.lamprecht@uni-graz.at
juedischestudien.uni-graz.at