Einführung: Gerhard Zeillinger
Lesung aus den Texten: Ninja Reichert und Rudi Widerhofer
Moderation: Heimo Halbrainer und Astrid Kury
Samstag, 24. Mai 2025, 11.00 Uhr
Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz
Am 23. Mai 2025 wäre der am 17. Jänner verstorbene Martin Pollack 80 Jahre alt geworden. Der zunächst als Journalist tätige Pollack machte sich zunächst mit Reportagen und als Übersetzer einen Namen. 1984 erschien mit dem literarisch-kulturgeschichtlichen Reiseführer „Nach Galizien“ sein erstes Buch. Mit seinem ersten literarischen Werk „Anklage Vatermord“ (2002) erwarb er sich schließlich den Ruf eines Erinnerungsarbeiters, der die dunkle Geschichte des 20. Jahrhunderts literarisch vermisst. In seinem Roman „Der Tote im Bunker“ (2004) erzählte er schließlich die Geschichte seines Vaters, einem nach 1945 gesuchten NS-Verbrechers, der u.a. Chef der Gestapo in Graz und Leiter eines Sondereinsatzkommandos im Osten war. Die Narben und Wunden, die die politischen Verwerfungen auf der Landkarte von Ost- und Mitteleuropa hinterlassen haben und die vielfach unsichtbar blieben, nannte er „Kontaminierte Landschaften“.
In memoriam zeigen wir Filmausschnitte, in denen er über das Schweigen und Verdrängen und die Kontaminierten Landschaften spricht. Ausschnitte aus seinen Romanen und Reportagen geben zudem einen Einblick in die Arbeit des Erinnerungsarbeiters.
Eine Veranstaltung von Akademie Graz, CLIO, Grüne Akademie, Centrum für Jüdische Studien der Uni Graz, Arbeitsgemeinschaft der Opferverbände und Zukunft braucht Erinnerung