Mittwoch, 6. Mai 2026, 18.00 Uhr
Graz Museum, Sackstraße 18, 8010 Graz
Der österreichische Gedenkstättenpädagoge Peter Gstettner hat in seinem Beitrag mit dem Titel Jedes Opfer hat einen Namen gemeint, dass das „Erzählen von Einzelschicksalen neben dem historischen Verstehen von Zusammenhängen, deshalb so wichtig ist, weil es die einzige Form ist, die den Respekt vor dem Einzelschicksal ausdrückt, die das Mitgefühl und die Identifikation mit dem einzelnen Opfer wecken und bewahren kann. Diese Identifikation mit dem individuellen Schicksal ist deshalb so wichtig, weil der Mangel an Identifikation und die Verweigerung von Mitgefühl zu den entscheidenden Ursachen gehören, die für das damals weit verbreitete Desinteresse an den Untaten der Nazis, für das gleichgültige Zuschauen, für das massenhafte Mitläufertum verantwortlich waren.“
Das Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz und CLIO erstellten ein digitales Denkmal aller Grazer Opfer der NS-Unrechtsherrschaft und geben ihnen so ihre Geschichte wieder zurück, die ihnen von den Nationalsozialisten genommen worden war. Auf www.ns-opfer-graz.at sind die Opfer in einer digitalen Stadtkarte an ihrem letzten freiwilligen Wohnort verortet. Die Biografien der Grazer NS-Opfer werden dort mit weiterführenden Dokumenten erzählt. Das digitale Memorbuch ist damit auch ein virtueller Gedenkraum.
Begrüßung: Bürgermeisterin Elke Kahr
Vorstellung: Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht
Eine Veranstaltung von CLIO, dem Centrum für Jüdische Studien, ERINNERN:AT und dem Graz Museum